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Azubi – Steuern, Sozialabgaben & Co.: Was muss ich als Azubi zahlen? 1/2

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Deine Finanzen fest im Blick

Als Azubi endlich dein eigenes Geld verdienen. Das ist sicher etwas, auf das du dich beim Start der Ausbildung
ganz besonders freust. Doch dann gibt es ja noch das Thema der Steuern und Abgaben. Hast du schon
einmal was von Lohnsteuer und Sozialabgaben gehört? Spätestens jetzt wird es Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Doch keine Sorge, wir verraten dir, ab wann du Steuern zahlen musst und worauf es zu achten gilt, und vor allem, ob sich eine Steuererklärung für dich als Azubi lohnt. So hast du den vollen
Durchblick über alles, was du wissen musst.

Steuern zahlen oder nicht zahlen?

Das ist hier die Frage. First things first, also widmen wir uns doch gleich der alles entscheidenden Frage, ob du steuerpflichtig bist. Das hängt nämlich von zwei Dingen ab: deiner Ausbildungsvergütung und der Lohnsteuerklasse. Gehen wir davon aus, dass du in Lohnsteuerklasse I bist und im Monat weniger als 1.150 Euro brutto verdienst, dann musst du keine Steuern zahlen. Warum? Weil du damit ganz knapp unter den so genannten Grundfreibetrag fällst. Mit Stand 2022 liegt der bei 9.984 Euro im Jahr. Sobald du
aber mehr verdienst, geht es ans Eingemachte und du musst Steuern zahlen.

Sozialabgaben

Was gehört eigentlich zu diesen Sozialabgaben? Der ein oder andere hat sich das bestimmt schon
gefragt. Kurz gesagt fallen darunter Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Im
Krankheitsfall, bei Pflegebedürftigkeit oder eben auch bei Arbeitslosigkeit sollen diese dich schützen. Die Kosten für die Sozialabgaben teilst du dir mit deinem Arbeitgeber. Das heißt, dass dein Anteil etwa 20 Prozent deines Ausbildungsgehalts beträgt. Da 2020 der Mindestlohn für Azubis eingeführt wurde, gibt es eigentlich keine Fälle mehr, in denen Azubis keine Sozialabgaben zahlen müssen.

Die Kirchensteuer

Zusätzlich zur Lohnsteuer gibt es auch die Kirchensteuer. Diese musst du dann zahlen, wenn du der
evangelischen oder katholischen Kirche angehörst. Wie hoch die Abgaben sind, hängt von der Lohnsteuer ab. Generell beträgt die Kirchensteuer etwa 8 bis 9 Prozent der Lohnsteuer. Bist du in keiner
Kirche, dann fallen auch keine Kirchensteuern an.

Die Steuerklassen

Angeschnitten hatten wir es bereits, aber die Steuerklasse wirkt sich auf deine Lohnsteuer aus,
also in welcher Höhe sie anfällt. Insgesamt gibt es in Deutschland sechs Steuerklassen. In welche du
fällst, richtet sich in erster Linie nach dem Familienstand. Bist du unverheiratet und hast keine Kinder,
fällst du in die Steuerklasse I. In Steuerklasse II zum Beispiel fallen hingegen Alleinerziehende.

Lohnt sich eine Steuererklärung für Azubis?

Sobald du als Azubi Lohnsteuer zahlst, kann sich eine Steuererklärung lohnen, auch wenn sie für
Azubis im ersten Moment für gewöhnlich freiwillig ist. Denn in den meisten Fällen kannst du dir die vom Finanzamt einbehaltene Lohnsteuer zurückholen. Wirf also einen genauen Blick auf deine Lohnabrechnung, die du von deinem Ausbildungsbetrieb bekommst, um zu prüfen, ob du Lohnsteuer bezahlst. Zusätzlich kannst du sogenannte Werbungskosten von der Steuer absetzen. Dazu gehören zum Beispiel die Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Ausbildungsbetrieb oder auch die Kosten für Lernmaterial wie Fachbücher. Liegen diese Werbungskosten im Jahr über 1.000 Euro,
kann eine Steuererklärung sinnvoll sein.

Gibst du keine Steuererklärung ab, geht das Finanzamt automatisch von diesen 1.000 Euro Werbungskosten aus. Dann kann es auch sein, dass sich die Mühe für
eine Steuererklärung nicht lohnt. Bei deiner ersten Steuererklärung ist es aber immer ratsam, sich von
jemandem helfen zu lassen, der bereits Erfahrung damit hat.

Mehr Informationen findest du hier!

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